Basische Ernährung

Wie sieht eine basische Ernährung aus? Bei welchen Lebensmitteln kann man zugreifen und warum streiten Ernährungsexperten über den ph-Wert im Urin?

Lesen Sie hier:

  • Warum ist basische Ernährung gut für den Körper?
  • Welche Lebensmittel gehören zu einer basischen Ernährung?
  • Wie finde ich heraus, ob mein Säure-Basen-Haushalt in Ordnung ist?

Was macht basische Ernährung mit dem Körper?

Basische Ernährung

Eine basische Ernährung verhindert, dass der Körper übersäuert – so zumindest die Theorie. Dem Körper hilft eine basische Ernährung zunächst einmal, leichter zu verdauen. Das ist nicht nur angenehmer, sondern schont zusätzlich Energie. Der Körper ermüdet nicht so schnell und erholt sich nach einer Anstrengung schneller.

Basische Lebensmittel führen dem Körper wichtige Nährstoffe zu, die saure Lebensmittel nicht in ausreichendem Maße bereitstellen. Daraus ergibt sich ein mittel- und langfristiger Effekt für die Gesundheit: Eine anhaltende Ernährung mit vielen Säurebildnern – also dem Gegenteil einer basischen Ernährung – gilt als Treibkraft für zahlreiche Erkrankungen. In wie weit eine basische Ernährung dem entgegenwirkt, ist noch nicht vollends geklärt bzw. ist umstritten.

Der positive Einfluss auf das Wohlbefinden ist allerdings unbestritten, solange die wichtigen Nährstoffe, die in sauren Lebensmitteln enthalten sind, ebenfalls in irgend einer Form zugeführt werden.

Was wird bei basischer Ernährung gegessen?

Grundsätzlich gilt: Obst und Gemüse gehören zu den Basenbildnern, während Fleich, Fisch, Eier und Käse zu den Säurebildnern zählen.

Besonders basenreich sind also pflanzliche Lebensmittel. Neben Rohkost und Obsttellern empfehlen sich somit Salate und Fruchtsäfte für die Grundlage einer basischen Ernährung. Ernährungsexperten empfehlen täglich zwei Portionen Obst sowie drei Portionen Gemüse.

10 basische Lebensmittel, die man essen kann

  • Kartoffeln
  • Blumenkohl
  • Möhren (besonders junge Möhren)
  • Sellerie
  • Spinat
  • Zucchini
  • Aprikosen
  • Birnen
  • Kiwi
  • Schwarze Johannisbeeren

Frische Kräuter sind zudem eine gute Grundlage für eine basische Ernährung, da diese besonders basisch sind.

Warum ist der Säure-Basen-Haushalt wichtig?

Der Säure-Basen-Haushalt beschreibt das Verhältnis von Säuren und Basen im Körper zueinander. Ideal ist ein ausgeglichenes Verhältnis. Probleme gibt es häufig bei einem zu hohen Säure-Anteil, also einer Übersäuerung.

Ein gesunder Körper ist in der Lage, das Gleichgewicht selbst herzustellen – wenn die “richtigen” Lebenmittel dem Körper die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen. Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt hat weder einen Säure- noch einen Basen-Überschuss.

Der Säure-Basen-Haushalt wird mithilfe des ph-Werts ermittelt – s. Kapitel unten.

Symptome einer Übersäuerung

Eine Übersäuerung, also ein Säure-Überschuss im Körper, führt mitunter zu wenigstens einem von fünf Symptomen:

  1. Innere Unruhe
  2. Müdigkeit
  3. Unreine Haut
  4. Schlechte Zähne
  5. Übergewicht

Im Detail:

Ein übersäuert Körper benötigt viel Energie, um den Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Der erhöhte Energiebedarf führt dazu, dass sich der Körper auch während der Nacht kaum erholen kann. Müdigkeit am Tage ist die Folge. Diese Müdigkeit führt häufig auch zu einer anhaltenden inneren Unruhe.

Ein Überschuss an Säure kann vom Körper schlecht abgebaut werden. Der Überschuss wird zum Teil im Fettgewebe abgelagert, was zu Gewichtsproblemen führen kann.

Ist die Leber mit dem Abbau der Säure überfordert, wird ein Teil der Arbeit von der Haut erledigt. Das Ergebnis ist eine schlechte, unreine Haut.
Im Mundraum führt ein Überschuss an Säuren zu einem idealen Nährboden für Mikroorganismen, die den Zahnschmelz angreifen. Die Folge können Zahnprobleme sein.

Entstehung einer Übersäuerung

Ein unausgeglichener Säure-Basen-Haushalt entsteht häufig durch einen Mangel an basischen Lebensmitteln in der Ernährung. Der Anteil von säurebildenden Nahrungsmitteln ist oft zu hoch. Dazu können zählen:

  • Fleisch, Fisch und Eier – enthalten tierische Eiweiße, die zu einer Übersäuerung führen können
  • Milchprodukte und reine Milch
  • Teigwaren
  • Soja
  • Nikotin und Alkohol
  • u. v. m.

Im Allgemeinen können synthetische Zusatz- und Inhaltsstoffe zu einer Übersäuerung führen. Gleiches gilt für außerordentliche körperliche und seelische Belastung (zu viel Sport, zu viel Stress).

Wie so häufig gilt auch hier:

Die Dosis macht das Gift. Erst ein zu großes Maß an bestimmten Nahrungsmitteln, ggf. aufgenommen über einen zu langen Zeitraum, kann zu einer Übersäuerung führen. In geringen Mengen sind viele der oben genannten Dinge häufig kein Problem.

ph-Wert ermitteln

Der ph-Wert lässt sich mit einem s. g. Lackmustest ermitteln, den man in Form von Teststreifen rezeptfrei in der Apotheke oder im Internet erhält, z. B. hier. Die Teststreifen werden in den Urin gehalten und verfärben sich anschließend. Die Farbe gleicht man anschließend mit einer Farbskala ab, auf der jede Farbe einem Wert zugewiesen ist. Der Wert, der zu Farbe passt, ist das Ergebnis des Lackmustests.

Die Skala reicht von 0 (0 = sauer) bis 14 (14 = basisch). Ein neutraler Wert ist 7 – der Säure-Basen-Haushalt ist also ausgeglichen, der Urin ist weder sauer noch basisch. Werte unterhalb von 7 sind sauer, Werte überhalb von 7 sind basisch.

ph-Werte (Durchschnitt)

Substanz ph-Wert Art
Batteriesäure unter 1 sauer
Magensäure (nüchterner Magen) 1,0 bis 1,5 sauer
Zitronensaft 2,4 sauer
Cola 2,0 bis 3,0 sauer
Essig 2,5 sauer
Orangensaft, Apfelsaft 3,5 sauer
Wein 4,0 sauer
Saure Milch 4,5 sauer
Bier 4,5 bis 5,0 sauer
Saurer Regen (bei verschmutzter Luft) < 5,0 sauer
Kaffee 5,0 sauer
Tee 5,5 sauer
Regen 5,6 sauer
Mineralwasser 6,0 sauer
Milch 6,5 sauer
Reines Wasser (CO2-frei) 7,0 neutral
Meerwasser 7,5 bis 8,4 basisch
Seife 9,0 bis 10,0 basisch
Bleichmittel 12,6 basisch
Beton 12,6 basisch
Natronlauge 13,5 bis 14 basisch

(mit wikipedia)

Kritik an basischer Ernährung

Dass der Körper beim Verzehr von vielen Säurebildnern einen Säureüberschuss produziert, ist unbestritten. Kritiker bezweifeln allerdings, ob der Säureüberschuss für die Gesundheit tatsächlich ein Problem darstellt, denn einige Organe wie z. B. der Magen benötigen einen Säureüberschuss, um arbeiten zu können. Unbestritten ist, hingegen dass der ph-Wert, der im Blut gemessen wird, eine wichtige Bedeutung hat.

Der ph-Wert des Blutes liegt bis auf minimale Abweichungen bei etwa 7,4. Sakt dieser Wert auf 7,35 oder noch tiefer, wird auch in der Schulmedizin eine Übersäuerung attestiert, die behandelt werden muss. Der ph-Wert des Blutes kann allein durch eine ungesunde Ernährung allerdings nicht in den kritischen Bereich rutschen, sind sich Medzinier einig.

Dass ein dauerhaft zu niedriger ph-Wert im Urin eine Gefahr für die Gesundheit sein kann, ist allerdings ebenfalls unstrittig. Ein dauerhaft deutlich saurer Urin kann beispielsweise ein Hinweis auf eine erhöhte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol sein, was wiederum dazu führen kann, dass es Probleme mit dem Blutdruck oder auch dem Skelettsystem geben kann.

Eine basische Ernährung wird häufig dann als problematisch betrachtet, wenn die Nährstoffe, die Fleisch, Fisch, Eier und Co. liefern, dem Körper nicht anderweitig zugeführt werden. Eine ausschließlich basische Ernährung wird in diesem Fall von vielen Medizinern und Ernährungsfachleuten als kritisch angesehen, nicht allerdings eine Ernährung, die einen Fokus auf basischen Lebensmitteln hat. Dass Obst und Gemüse das Zentrum einer ausgewogenen Ernährung sein sollten, ist durchweg unstrittig.